Widerstand aus den Grünen gegen Koalition mit Linken in Berlin

Eine mögliche Koalition mit dem Berliner Landesverband der Linken stößt in den Reihen der Bundes-Grünen auf massive Sicherheitsbedenken. Bei einer Regierungsbeteiligung der Berliner Linken stellten sich „relevante Sicherheitsfragen“, sagte Grünen-Fraktionsvizechef Konstantin von Notz der „Süddeutschen Zeitung“ für deren Donnerstagausgabe.

„Wir haben zu Recht sehr viel über den Schutz relevanter staatlicher Informationen vor dem Zugriff der AfD gesprochen“, sagt der Innenpolitiker, der auch dem Parlamentarischen Kontrollgremium der Geheimdienste angehört. „Aber auch bei der Berliner Linken sind Risiken offensichtlich.“

Der Grünen-Politiker deutete an, dass er auch einen Verzicht seiner Grünen auf eine Koalition mit der Linken in Berlin für möglich hält: „Die Integrität staatlichen Handelns muss um jeden demokratischen Preis erhalten bleiben. Ich glaube, es gibt klare rote Linien für Koalitionen und Regierungsverantwortung.“

Ausgelöst hatten die Debatten fragwürdige Kontakte der Linken. Auf der Linken-Wahlparty tauchten am Sonntag soll ein Clan-Chef und ein bekannter Anti-Israel-Aktivist aufgetaucht sein. Zudem wurden Kontakte des Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Kocak zur Familie Remmos bekannt.

Im Wahlprogramm hatte die Linke für den Fall eines Wahlsiegs massive Einschnitte bei Polizei und Verfassungsschutz angekündigt. Mit Sorge sehen Innenpolitiker wie von Notz, dass alle Sicherheitsbehörden des Bundes wie der Bundesnachrichtendienst und das Bundesamt für Verfassungsschutz in Berlin eine starke Präsenz haben. „Diese Behörden sehen sich täglich mit relevanten Bedrohungslagen konfrontiert und müssen die Eigensicherung gewährleisten“, sagte von Notz. „Das erfordert enge und vertrauliche Abstimmung mit Berliner Behörden.“

Die Schuld an der Misere sieht Notz bei den Linken selbst. „Auf das Sicherstellen tatsächlicher Regierungsfähigkeit hat die letzten Monate bei der Linken niemand Wert gelegt. Das Problem hat die Partei jetzt voll an der Backe.“

Foto: Elif Eralp am 20.09.2026 / Bild: via dts Nachrichtenagentur

Regierung konkretisiert Plan gegen Sozialleistungsmissbrauch

Die Bundesregierung hat ihren 10-Punkte-Plan zum Kampf gegen Sozialleistungsmissbrauch konkretisiert. Kernpunkt sind ein engerer Datenaustausch und neue gesetzliche Regelungen, wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Staatssekretärin Leonie Gebers (SPD) am Mittwoch bei Vorstellung des Plans sagten.

Bereits seit rund zwei Monaten werden Jobcenter nach Angaben des BMAS automatisch informiert, wenn sich der aufenthaltsrechtliche Status eines Leistungsbeziehers ändert. Wird etwa die Arbeitnehmerfreizügigkeit entzogen, erhält das Jobcenter künftig eine sogenannte Push-Nachricht und kann prüfen, ob Leistungen angepasst oder eingestellt werden müssen. Bislang mussten die Behörden entsprechende Informationen teilweise selbst abfragen.

Der automatisierte Datenaustausch soll künftig grundsätzlich eine größere Rolle im Kampf gegen Leistungsmissbrauch spielen. Auch ein automatisierter Informationsaustausch über bestehende Haftbefehle soll aufgebaut werden.

Neu konkretisiert wurde zudem die geplante Regelung für Menschen, die sich nach einer rechtskräftigen Verurteilung dem Haftantritt entziehen. Leistungen aus dem Bürgergeld und der Grundsicherung sollen künftig ausgeschlossen werden, wenn gegen eine Person ein Haftbefehl wegen des Entzugs vom Haftantritt vorliegt. Dafür soll das Sozialgesetzbuch II und XII geändert werden. Nach Angaben des BMAS soll ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren in Kürze beginnen. Die Behörden sollen zugleich automatisch erfahren, wenn ein entsprechender Haftbefehl erlassen wird.

Auch beim Vorgehen gegen missbräuchliche Berufungen auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit will die Bundesregierung die Behörden stärker anleiten. Die Ministerien kündigten neue fachliche Weisungen und Handlungshinweise für Jobcenter und Ausländerbehörden an. Hintergrund sind unter anderem Fälle, in denen Menschen nur wenige Stunden arbeiten und dadurch Ansprüche auf Sozialleistungen entstehen. Bei sehr geringer Wochenarbeitszeit, etwa 15 Stunden, sollen die Behörden künftig intensiver prüfen, ob tatsächlich ein reguläres Beschäftigungsverhältnis vorliegt oder eine Scheinbeschäftigung besteht. Zugleich betonte das Ministerium, dass es sich weiterhin um Einzelfallprüfungen handeln müsse.

Auf EU-Ebene will die Bundesregierung darauf hinwirken, dass die missbräuchliche Nutzung der Arbeitnehmerfreizügigkeit und von Sozialleistungssystemen ausdrücklich als Missbrauchstatbestand berücksichtigt wird. Fälle, in denen durch minimale Beschäftigungen Sozialleistungsansprüche ausgelöst würden, müssten auch auf europäischer Ebene verhindert werden. Die Bundesregierung wolle dazu auf die Europäische Kommission zugehen, hieß es bei der Vorstellung der neuen Maßnahmen am Mittwoch.

Bereits seit dem 1. Juli gilt außerdem eine neue Arbeitgeberhaftung im Bereich des SGB II. Arbeitgeber können demnach für zu Unrecht gezahlte Sozialleistungen haften, wenn Beschäftigte beispielsweise nicht oder nicht vollständig bei der Sozialversicherung gemeldet wurden und deshalb unberechtigt Leistungen bezogen haben. Nach Angaben des BMAS soll diese Regelung nun auch auf die Grundsicherung nach dem SGB XII ausgeweitet werden. Zudem wurde die Zusammenarbeit zwischen Jobcentern und der Finanzkontrolle Schwarzarbeit verbindlicher geregelt: Die Jobcenter sollen Verdachtsfälle melden, während der Zoll die Jobcenter über die Ergebnisse seiner Prüfungen informiert.

Die Bundesregierung will außerdem die Bundesagentur für Arbeit im Kampf gegen organisierten Leistungsmissbrauch mit einem zentralen Kompetenzzentrum und fünf regionalen Stellen stärken.

Ein Schwerpunkt bleibt außerdem der Umgang mit sogenannten „Schrottimmobilien“. Das BMI verwies darauf, dass kriminelle Strukturen teilweise stark überbelegte oder kaum bewohnbare Immobilien nutzen, um überhöhte Mietzahlungen aus Sozialleistungen zu erzielen. Eine bereits im Bundestag beratene Novelle des Baugesetzbuchs soll Kommunen unter anderem durch erleichterte Vorkaufsrechte und in besonders schweren Fällen durch Enteignungsmöglichkeiten ein stärkeres Vorgehen ermöglichen.

Ausgebaut werden soll auch die Beratung von Menschen, die Opfer von Arbeitsausbeutung werden. Das bestehende Beratungsangebot „Faire Mobilität“ soll erweitert werden. Zusätzlich ist eine gesetzliche Regelung geplant, mit der Opfer von Arbeitsausbeutung, die gegen Täter aussagen und damit eine Strafverfolgung ermöglichen, insbesondere während eines Strafverfahrens sozial abgesichert werden sollen.

Der Aktionsplan war am Mittwochmorgen vom Bundeskabinett beschlossen worden und umfasst insgesamt zehn Handlungsfelder, er richtet sich insbesondere gegen organisierten Sozialleistungsmissbrauch im Zusammenhang mit EU-Zuwanderung. Arbeitsstaatssekretärin Leonie Gebers betonte bei der Pressekonferenz zugleich, dass die Bundesregierung weiterhin auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen sei. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU solle nicht grundsätzlich infrage gestellt werden. Vorgegangen werden solle vielmehr gegen deren missbräuchliche Ausnutzung und gegen die Ausbeutung von Beschäftigten, hieß es im Innenministerium.

Foto: Leonie Gebers und Alexander Dobrindt am 23.09.2026 / Bild: via dts Nachrichtenagentur

Bundespräsidentenwahl 2027: Udo Di Fabio steht für Amt des Bundespräsidenten zur Verfügung

Der frühere Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio steht für das Amt des Bundespräsidenten zur Verfügung. „Wenn diese Republik zu einem Amt ruft, sagt man als Verfassungsrechtler, als Staatsrechtler nicht Nein“, sagte er der FAZ. Di Fabio wird übereinstimmenden Medienberichten zufolge in CDU-Kreisen als möglicher Nachfolger von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gehandelt.

Der Jurist ist 72 Jahre alt, stammt aus Duisburg und hat italienische Wurzeln. Er war von 1999 bis 2011 auf Vorschlag der CDU Richter des Bundesverfassungsgerichts. Heute lehrt er als Seniorprofessor Öffentliches Recht an der Universität Bonn. Bislang hat sich der Jurist zu den Gerüchten nicht öffentlich geäußert. Gegenüber der FAZ wies er allerdings auch darauf hin, dass sich die Politik in der Frage vermutlich „anders sortieren“ werde. Eine Zustimmung der SPD gilt als fraglich, da sie sich für eine Frau im Amt einsetzt.

Die Bundesversammlung findet am Samstag, den 30. Januar 2027, statt. Dann soll im Deutschen Bundestag der neue Bundespräsident oder die neue Bundespräsidentin gewählt werden. Steinmeiers zweite Amtszeit endet mit Ablauf des 18. März 2027.

Foto: Schloss Bellevue (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

BMW fordert höhere Preise für chinesische Autos in Europa

Der neue Vorstandsvorsitzende von BMW, Milan Nedeljkovic, fordert, dass chinesische Autohersteller ihre Fahrzeuge in Europa zu höheren Preisen verkaufen als bislang. „Wir sehen, dass in Europa ein enormer Preisdruck entstanden ist, weil die Preise vieler chinesischer Autos nicht nach marktwirtschaftlichen Mechanismen entstanden sind“, sagte Nedeljkovic der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Die europäische Politik müsse deshalb gegenüber China auf „marktadäquate Preise“ chinesischer Hersteller in Europa pochen, forderte Nedeljkovic. Der Automanager wirbt für „freiwillige Vereinbarungen, basierend auf fairen Rahmenbedingungen“. Das seien Verhandlungen, die auf politischer Ebene jetzt geführt werden müssten. Ansonsten drohten weitere EU-Zölle auf chinesische Autoimporte, die ein noch stärkerer Eingriff in den Markt wären. „Wir stellen uns dem Wettbewerb. Aber eine Wettbewerbsverzerrung durch nicht nachvollziehbare Preise ist gefährlich“, sagte der BMW-Chef.

Kurz vor Beginn der Tarifverhandlungen in der Metallindustrie kritisierte Nedeljkovic zugleich die in der Branche seit Jahrzehnten geltende 35-Stunden-Woche. „Natürlich ist die 35-Stunden-Woche ein Hindernis für innovative neue Industrien, die im globalen Wettbewerb um Schnelligkeit stehen“, sagte der BMW-Chef. Die Arbeitskosten in Deutschland seien zu hoch.

Der BMW-Chef äußerte sich in der FAZ auch zu den Wahlerfolgen der AfD und warnte vor den Folgen für die Wirtschaft. „Rechtspopulismus und Nationalismus sind Gift für einen weltoffenen Wirtschaftsstandort, der vom Welthandel lebt. Wer Abschottung und Isolationismus fordert, der kann nicht im Interesse des Standorts Deutschland und unseres Wohlstands handeln“, sagte Nedeljkovic.

Foto: BMW (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

René Benko zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt: Urteil im Signa-Prozess in Innsbruck

Der österreichische Investor René Benko ist in einem teilweise neu aufgerollten Prozess zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden.

Das Landesgericht Innsbruck sah es als erwiesen an, dass Benko seine Gläubiger geschädigt habe, indem er eine Mietkostenvorauszahlung von 360.000 Euro für eine Villa in Innsbruck geleistet habe, obwohl er kurz vor der Insolvenz gestanden habe. Benko bestritt die Vorwürfe und erklärte, er sei überzeugt gewesen, dass die Sanierung seiner Signa-Gruppe gelingen werde.

Bereits im Oktober 2025 war Benko wegen ähnlicher Vorwürfe zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Zudem war er in einem Teilaspekt freigesprochen worden. Diesen Freispruch hatte der Oberste Gerichtshof (OGH) allerdings aufgehoben, wodurch es zur erneuten Verhandlung kam, bei der die Höhe der Strafe neu festgelegt werden musste. Der vorgesehene Strafrahmen beträgt ein bis zehn Jahre Freiheitsstrafe.

Benko sitzt seit Januar 2025 in Untersuchungshaft. Die Signa Holding galt lange als Österreichs größtes Immobilien- und Handelsunternehmen. Die Gesellschaft hatte im November 2023 beim Handelsgericht Wien Insolvenz in Form eines Antrags auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung angemeldet. Im April 2024 wurde das Insolvenzverfahren in ein Konkursverfahren abgeändert.

Foto: Justicia (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

Spritpreisdeckel: Monopolkommission warnt vor Eigentor und Absprachen der Mineralölbranche

Der geplante Spritpreisdeckel könnte nach Auffassung der Monopolkommission nach hinten losgehen. „In der Praxis wird ein Deckel oft zum Zielpreis, an dem sich auch günstigere Tankstellen orientieren“, warnt der Chef der Monopolkommission, Tomaso Duso, in der „Süddeutschen Zeitung“. Es bestehe ein grundlegendes Dilemma: Werde er großzügig gesetzt, bewirke er nichts. Werde er eng gesetzt, gefährde er die Versorgung, weil Anbieter unter Einstandspreis verkaufen müssten und Lieferungen in Nachbarländer umleiten würden, warnte Duso.

Die Bundesregierung hatte in ihrem „Entlastungspaket“ vom vergangenen Freitag auch einen „Spritpreisdeckel nach dem Vorbild Luxemburgs oder Belgiens“ vereinbart, der bis spätestens zur Jahreswende stehen soll und zumindest für die Zeit der Energiekrise gilt. Dazu soll der Bund in „regelmäßigen Gesprächen mit der Mineralölwirtschaft“ eintreten, um Höchstpreise für Benzin und Diesel festzulegen.

Darin allerdings liege auch die Gefahr von Absprachen innerhalb der Branche, warnte Duso. So basiere der belgische Höchstpreis seit 1974 auf einem Vertrag zwischen Regierung und Mineralölverband. Eine Untersuchung zeige, dass ein Teil der Tankstellen den Höchstpreis nutze, um sich zu koordinieren, ohne dass er sie tatsächlich beschränke. „In einem konzentrierten Markt ist das aus wettbewerblicher Sicht genau das Falsche“, sagte Duso.

Foto: Tankstelle am 18.09.2026 / Bild: via dts Nachrichtenagentur

Dax schließt kaum verändert bei 25.578 Punkten – Zalando und Infineon vorn, Allianz und Rheinmetall verlieren

Am Dienstag hat sich der Dax kaum verändert. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.578 Punkten berechnet, nur weniger Punkte mehr als am vorherigen Handelstag.

An der Spitze der Kursliste rangierten derweil Zalando, Infineon und GEA. Im roten Bereich fanden sich dagegen unter anderem die Aktien der Allianz, von Rheinmetall und der Deutschen Bank wieder.

„In einem impulslosen Handel robbte sich der Dax heute zwar kurzzeitig an die Marke von 25.800 Punkten heran, doch dann ging ihm die Kraft aus und Gewinnmitnahmen drückten den deutschen Leitindex wieder zurück auf den Vortagsschluss“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets.

„Unterstützung kam auch heute zunächst vom Ölmarkt. Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges im Iran hatte bereits zum Wochenauftakt für fallende Energiepreise gesorgt. Dieser Trend setzt sich heute fort. Die Sorte Brent fiel kurzzeitig sogar wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar. Jetzt muss allerdings aus dem Unterschreiten der runden Marke ein nachhaltiger Abwärtstrend werden, damit daraus ein stärkerer Impuls für den Dax entsteht. Lediglich ein kurzer Ausflug nimmt den Anlegern ihre Inflationssorgen nicht.“

„Entscheidend dafür aber bleibt die Entwicklung im Nahen Osten. Eine nachhaltige diplomatische Lösung könnte nicht nur die geopolitischen Risiken reduzieren, sondern über niedrigere Energiepreise gleichzeitig den Inflationsdruck verringern. Damit würde einer der größten Belastungsfaktoren für Aktien und Anleihen der vergangenen Wochen an Bedeutung verlieren“, sagte Lipkow.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagnachmittag schwächer: Ein Euro kostete 1,1434 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8746 Euro zu haben.

Der Goldpreis zeigte sich schwächer, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.329 US-Dollar gezahlt (-0,3 Prozent). Das entspricht einem Preis von 121,73 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis sank unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 99,80 US-Dollar, das waren 54 Cent oder 0,5 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Foto: Frankfurter Börse (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

Trump nutzt UN-Generaldebatte für Wahlkampfrede vor Midterms und Iran-Prognose

US-Präsident Donald Trump hat seinen Auftritt bei der UN-Generaldebatte in New York vorrangig für eine Wahlkampfrede vor den anstehenden Midterms im November genutzt.

Trump sagte am Dienstag vor der UN-Generalversammlung, dass die USA besser dastünden als je zuvor und die Zukunft „sehr vielversprechend“ sei. Er sprach von gesunkenen Kriminalitäts- und Arbeitslosenraten und erklärte, dass die USA nun die „sicherste Grenze in ihrer Geschichte“ hätten.

Zudem prognostizierte Trump, dass die USA nach den Zwischenwahlen eine Einigung mit dem Iran erzielen würden, um den Krieg zu beenden. Er stehe vor einer „großen Entscheidung“. Er stellte die Frage, ob er „einen Deal mit dem Iran machen oder die Islamische Republik schnell vernichten“ solle.

In der Vergangenheit hatte Trump immer wieder angekündigt, kurz vor einem Friedensabkommen mit dem Iran zu stehen. Der US-Präsident steht innenpolitisch enorm unter Druck, da infolge des US-israelischen Angriffs auf den Iran und der anschließenden Eskalation in der Region vor allem die Energiepreise deutlich gestiegen sind.

Foto: Donald Trump (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

Ferat Kocak lässt Funktionen ruhen: Linken-Abgeordneter kündigt nach Clan-Chats Transparenz an

Der Bundestagsabgeordnete Ferat Kocak (Linke) lässt vorerst seine politischen Funktionen ruhen.

„Ferat Kocak hat uns mitgeteilt, dass er sich bis auf Weiteres, bis volle Transparenz hergestellt ist, zurückziehen wird“, sagte Linken-Fraktionschef Sören Pellmann in Berlin. „Das warten wir ab“, bevor man über Konsequenzen „im Nachgang miteinander solidarisch“ sprechen werde. Kocak werde zunächst nicht mehr an Sitzungen des Bundestags-Innenausschusses teilnehmen.

Hintergrund sind Chat-Nachrichten, die zuletzt veröffentlicht worden waren. Darin schickte Koçak offenbar „Grüße mit Respekt“ an Clan-Oberhaupt Issa Remmo. Außerdem bat er dessen Sohn, ein Video seiner Bundestagsrede zu verbreiten. Zudem war Issa Remmo wohl auf der Wahlparty der Neuköllner Linken aufgetaucht. Die Parteiführung erklärte, Remmo sei nicht eingeladen gewesen und man habe ihn direkt nach dem Erkennen aufgefordert, zu gehen.

Kocak entschuldigte sich anschließend öffentlich. Die Berichte hätten die Öffentlichkeit zu Recht verunsichert. „Kontakte von Mandatsträgern zu Personen, die der organisierten Kriminalität zugerechnet werden, sind durch nichts zu rechtfertigen“, so Kocak.

Er kommuniziere jede Woche über seine Kanäle in den sozialen Medien mit hunderten Menschen aus Neukölln, und habe mit ihm geschrieben, „wie mit jedem anderen Neuköllner auch“ und seinen Vater „mit Höflichkeit zurückgegrüßt“. Zu diesem Zeitpunkt habe er keine Kenntnis davon gehabt, um wen es sich handelt, so Kocak. Als Person des öffentlichen Lebens trage er besondere Verantwortung. „Ich werde mir jetzt die Zeit nehmen, um jeden Zweifel auszuräumen und in Absprache mit meinem Team mein Kommunikationsverhalten aufzuarbeiten und volle Transparenz herzustellen“, kündigte Kocak an.

Foto: Ferat Ali Kocak (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

Raed Saleh kandidiert nicht erneut als SPD-Fraktionschef in Berlin

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, will nicht erneut für das Amt kandidieren.

Das werde er übereinstimmenden Medienberichten zufolge am Dienstag beim ersten Fraktionstreffen nach der Wahl mitteilen. Saleh steht seit 15 Jahren an der Spitze der Fraktion im Abgeordnetenhaus.

Nach dem schwachen Abschneiden bei der Berlin-Wahl am Sonntag war der Ruf nach personellen Konsequenzen in der SPD lauter geworden. Die Berliner SPD hatte mit 12,1 Prozent ihr bislang schlechtestes Ergebnis bei einer Abgeordnetenhauswahl erzielt. Wahlsieger wurde die Linke mit 25,7 Prozent vor der CDU mit 18,8 Prozent, der AfD mit 16,3 und den Grünen mit 14,3 Prozent.

Foto: Raed Saleh (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur